Boeing 737 der Lufthansa

Die irre Geschichte des "Landshut"-Wracks

Vor eineinhalb Jahren holte der damalige Außenminister Sigmar Gabriel die "Landshut" zurück nach Deutschland – ohne Plan und gegen den Rat seiner Experten.

Ein zugiger Hangar am Rande des Flughafens von Friedrichshafen, der Regen prasselt auf das Blechdach. Ein weißer Flugzeugrumpf, die Farbe blättert, Tragflächen und Triebwerke lagern nebenan, auch das Fahrwerk wurde abmontiert. Es riecht nach Kerosin und muffigen Sitzbezügen.

Man muss viel Fantasie aufbringen, um sich beim Anblick des Wracks die "Landshut" vorzustellen. Jene Boeing 737 der Lufthansa, an deren Bord sich im Herbst 1977 eines der größten Dramen der deutschen Nachkriegsgeschichte abspielte. Entführt von palästinensischen Terroristen, um die RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin & Co. aus Stammheim freizupressen, irrte das Flugzeug fünf Tage lang von Mallorca durch den Nahen Osten bis nach Mogadischu, wo eine Einheit der GSG-9 die Maschine stürmte und die 86 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder befreite. Den Piloten Jürgen Schumann hatte "Captain Mahmud", der Anführer des Terrorkommandos, im südjemenitischen Aden per Kopfschuss ermordet.

David Dornier hat die vordere Flugzeugtür geöffnet und steht im Innern der entkernten Maschine. "Hier muss Jürgen Schumann vom Terroristen Mahmud erschossen worden sein", sagt Dornier. "Und hier", Dornier zeigt in das ramponierte Cockpit, "wurde Mahmud von der GSG-9 erschossen."

Dornier, 57, Enkel des berühmten Flugzeugingenieurs Claude Dornier und Chef des gleichnamigen Museums in Friedrichshafen, hat die nötige Fantasie, um sich vorzustellen, wie damals alles aussah. Er muss sie haben, schließlich will er die "Landshut" wieder in ihren Originalzustand versetzen. Deshalb hat er sich vor anderthalb Jahren dafür eingesetzt, das Wrack aus Brasilien an den Bodensee zu verfrachten.

Als der Flugzeugrumpf am 23. September 2017 an Bord einer Antonow An-124 in Friedrichshafen landete, ließ sich der Museumsdirektor für seinen Coup feiern. 4000 Besucher kamen, 2000 Würstchen wurden verkauft, Dornier verkündete bald, die "Landshut" werde ab Herbst 2019 ausgestellt.

Davon ist keine Rede mehr. Immer wieder wurden neue Eröffnungstermine genannt. Wenn man Dornier heute fragt, wann es so weit sei, wird er einsilbig.

Schon damals gab es Indizien, dass nicht alles nach Plan laufe. So erschien ausgerechnet der Oberbürgermeister von Friedrichshafen nicht zur Ankunft der "Landshut". In Berlin spielte das Innenministerium, immerhin Dienstvorgesetzter der GSG-9, nur eine Statistenrolle. Monika Grütters (CDU), die Kulturstaatsministerin, wehrte sich anfangs gegen das Projekt.

Treibende Kraft hinter der Rückholung der "Landshut" war vielmehr ein Minister, der eigentlich nicht zuständig war, aber gern im Rampenlicht steht: Sigmar Gabriel, damals Bundesaußenminister, heute Bundestagsabgeordneter.

Bereits vor der Ankunft der "Landshut" wurde kritisiert, Gabriel habe sich übereilt für den Standort Friedrichshafen entschieden (SPIEGEL 36/2017). Akten des Auswärtigen Amts (AA) belegen nun, dass der SPD-Politiker während seiner Amtszeit das Projekt ohne richtigen Plan und gesicherte Finanzierung durchboxte.

Den Dokumenten zufolge, die dem SPIEGEL vorliegen, waren die entscheidenden Beamten im AA dagegen, das gesamte Flugzeugwrack nach Deutschland zurückzuholen. Sie warnten vor dem Aufwand. Einige hegten grundsätzliche Zweifel daran, ob sich ein Flugzeug, dessen Passagiere knapp einer Katastrophe entgingen, als Ausstellungsobjekt eigne.

Die Entführung der Lufthansa-Maschine 1977 bis nach Mogadischu markierte den Höhepunkt des RAF-Terrorismus. Der Anführer der Terroristen drohte, Geiseln zu erschießen, um inhaftierte RAF-Gefangene in Deutschland freizupressen. Die Passagiere durchlitten ein Martyrium, das sie bis heute nicht loslässt.

1. Akt – Eine Idee findet ihren Minister

Die Idee der Rückholung der "Landshut" stammt von Martin Rupps. Der Historiker arbeitet als Redakteur beim Südwestrundfunk. In der Causa "Landshut" aber agiert Rupps mehr wie ein Aktivist.

Rupps, Autor des Buchs "Die Überlebenden von Mogadischu", setzt sich seit 2012 für die Rückkehr der Boeing ein, die damals auf dem Flughafen von Fortaleza im brasilianischen Bundesstaat Ceará verfällt. Am 9. Februar 2017 veröffentlicht er in der Wochenzeitung "Der Freitag" ein Plädoyer. Gezielt appelliert Rupps an den neuen Chef des Auswärtigen Amts: "Seit Kurzem hat dieses Land einen neuen Bundesaußenminister. Der Sozialdemokrat Sigmar Gabriel kann sein Engagement für einen Erinnerungsort 'Landshut' damit begründen, dass ein sozialdemokratischer Bundeskanzler, Helmut Schmidt, zum 'Helden von Mogadischu' wurde."

Die Bundesrepublik sei nicht reich an Symbolen nationaler Identität, schreibt Rupps. Doch "die technisch schrottreife, aber vollständige frühere Lufthansa-Maschine 'Landshut', auf deren Gashebeln der sterbende Führer des Terrorkommandos zu liegen kam, gehört dazu".

Nur zwei Tage nach Rupps Plädoyer lässt Gabriels Ministerium in der "Frankfurter Allgemeinen" verlauten: "Wir wollen schauen, wie wir helfen können, die Erinnerung an die 'Landshut' und mit ihr an diese schwierige Zeit wachzuhalten."

Eile ist geboten. Der Flughafen von Fortaleza soll privatisiert werden, der flugunfähigen "Landshut" droht die Verschrottung. Die Lufthansa hat sie 1985 an eine amerikanische Leasinggesellschaft verkauft, in den Folgejahren wechseln mehrfach die Eigentümer, sie wird zum Frachtflieger umgebaut und schließlich 2008 nach 38 Betriebsjahren in Fortaleza stillgelegt. Das Auswärtige Amt kauft das Wrack kurzerhand für 20.000 Euro auf.

Abteilung 6 des AA, eigentlich zuständig für auswärtige Kulturpolitik, erhält den Auftrag, Szenarien zu prüfen. Die Vorlage vom 17. Februar 2017 enthält zwei Optionen. Option 1: "Ankauf und Ausstellung von Teilen der Landshut". Option 2: "Verbringung des gesamten Flugzeugs".

Zwar sei ein Transport der "Landshut" "in toto" nach Deutschland durchaus machbar, heißt es darin, aber eine so große Operation könne zu einem "innenpolitischen Konfliktthema" werden. Entweder müsse der Innenminister, damals Thomas de Maizière, als Dienstvorgesetzter der GSG-9 oder Kulturstaatsministerin Monika Grütters "mit ins Boot genommen" werden.

Für die kleine Option spreche, "dass dadurch die oben genannte Problemlage vermieden werden kann". Außerdem sei dafür bereits alles vorbereitet worden: Die GSG-9 würde gern eines der Leitwerke auf ihrem Gelände in Sankt Augustin bei Bonn aufstellen. Das Haus der Geschichte in Bonn interessiere sich für eine Tür. "Es besteht bereits ein fertiger Plan für Ankauf, Verbringung und Ausstellung der beiden Objekte", heißt es in dem Papier. "Die Finanzierung ist bereits gesichert."

Vor allem aber: Leitwerk und Tür könnten rechtzeitig zum 40. Jahrestag der Geiselbefreiung nach Deutschland gebracht und restauriert werden. Bei einer "Verbringung der gesamten Maschine" sei das ausgeschlossen, so die Fachleute des Amts. "Die Maschine befindet sich in einem nicht mehr flugtauglichen Zustand und rostet vor sich hin", heißt es in dem Papier.

Daniel Kopatsch / picture alliance

Partner Dornier und Gabriel 2017: "Persönlich bin ich für die große Version"

"Also nur noch ein Wrack", schreibt Staatssekretär Walter Lindner handschriftlich an den Rand und schließt sich der Kulturabteilung an: "Votum: kleine Version." Dann geht das Papier zum Minister. "Persönlich bin ich für Option 2 (große Version)", schreibt Gabriel am 21. Februar – und stellt sich gegen seine Fachbeamten und den zuständigen Staatssekretär.

Damit beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Acht Monate sind es noch bis zum Jahrestag, aber keine der entscheidenden Fragen ist geklärt. Wie soll das Wrack nach Deutschland kommen, per Schiff oder Frachtflugzeug? Wer finanziert den Transport, wer die Restaurierung? Und schließlich: Wie und wo soll die Maschine der Öffentlichkeit präsentiert werden?

2. Akt – Bodensee oder Ostsee?

Eigentlich müsste es jetzt zunächst um Kosten und Konzepte gehen, aber im Auswärtigen Amt kümmern sie sich in diesen Wochen vor allem um die Frage, an welchem Ort in Deutschland die "Landshut" ihren letzten Landeplatz finden soll.

In der Bundesrepublik gibt es kein Museum, das der Geschichte des RAF-Terrorismus gewidmet ist. Mit seinem Einsatz für eine Rettung der legendären Lufthansa-Maschine hat Gabriel – das zeigen die Reaktionen der Überlebenden und der Öffentlichkeit – einen Nerv getroffen.

Das Haus der Geschichte in Bonn wäre ein passender Ort, doch das Museum will auf keinen Fall das gesamte Flugzeug. "Die Darstellung des Terrorismus der RAF würde mit diesem bei Weitem größten Exponat zu großen Raum in der Ausstellung einnehmen", heißt es in den Akten des Auswärtigen Amts. "Zudem wird befürchtet, dass das Flugzeug zum Anziehungspunkt für ein terroraffines Publikum werden könnte." Auch haben die Museumshistoriker Zweifel, ob die Kosten für den Unterhalt der Maschine die zu erwartenden Besucherzahlen rechtfertigen würden.

Wohin also? Wer hat Platz für eine Maschine mit einer Spannweite von 28,35 Metern, einer Länge von 30,48 Metern und einer Höhe von 11,28 Metern?

Die Diplomaten ziehen mehrere große Flughäfen in Betracht, darunter Hamburg und München. Aber die Betreiber sagen ab. Am Ende wetteifern zwei Standorte um die "Landshut", die nicht weiter voneinander entfernt liegen könnten: Flensburg an der Ostsee und Friedrichshafen am Bodensee. Auch die beiden Männer, die sich für die "Landshut"-Ausstellung bewerben, könnten unterschiedlicher nicht sein.

Der Norddeutsche Thomas Liebelt bietet dem AA an, am Rande des Flensburger Flughafens aus eigener Tasche ein Museum für rund zwei Millionen Euro zu bauen. Liebelt ist durch den Verkauf seiner Anteile an einer Coca-Cola-Fabrik reich geworden. Zudem hat ihm die Stadt Flensburg zugesagt, das Grundstück zur Verfügung zu stellen.

Sein Kontrahent David Dornier schreibt am 31. März 2017 an Gabriels Sprecher Martin Schäfer. Er wirbt für Friedrichshafen als "Wiege der deutschen Luftfahrt". Obwohl sich Dornier hinsichtlich eines eigenen finanziellen Engagements "zurückhaltend" zeigt, meint das AA, dass "wir darauf vertrauen können, dass Dornier ein hinreichend starker Partner ist, um das Projekt selbstständig zum Erfolg zu führen".

Wer die interne Korrespondenz des AA liest, bekommt den Eindruck, dass in diesen Wochen bereits eine Vorentscheidung zugunsten von Dornier fällt. "Die Dornier-Stiftung macht den besten Eindruck", schreibt die Kulturabteilung an Gabriel. Staatssekretär Lindner lädt den Museumsdirektor am 3. Mai zu einem Gespräch – der Flensburger Liebelt bekommt eine solche Einladung nicht. Auch hält es das AA nicht für nötig, Beamte nach Flensburg zu schicken, um sich ein Bild der dortigen Bedingungen zu machen.

Chris Riewerts / DER SPIEGEL

"Landshut"-Maschine in Mogadischu 1977: Eines der größten Dramen der Nachkriegsgeschichte

Das AA behauptet Liebelt gegenüber per Mail, das Rennen sei noch offen, dabei wird intern längst mit Friedrichshafen geplant. Von der Entscheidung erfährt Liebelt aus der "Bild"-Zeitung.

3. Akt – Die Stadt und das Geld

Dornier hat sich durchgesetzt. Er könne das Projekt zwar nicht allein stemmen, heißt es in den Akten. "D. verwies allerdings auf wohlhabendes industrielles Umfeld sowie Gemeinde Friedrichshafen, die hier mglw. helfen könnten."

Was Dornier verschweigt: Seit Jahren beäugen sich die Nachkommen des Flugzeugingenieurs und die Stadt Friedrichshafen argwöhnisch. Einst waren die Namen Dornier und Zeppelin eng verbunden: Dorniers Großvater Claude hatte seine ersten Flugzeuge im Auftrag von Ferdinand Graf von Zeppelin entwickelt, später gründete er sein eigenes Unternehmen.

Vom Namen Zeppelin profitiert die Stadt bis heute. Der Gemeinderat kann jährlich über eine zweistellige Millionensumme aus der gleichnamigen Stiftung für gemeinnützige Zwecke verfügen. Das Dornier-Museum macht Verluste, rund 1,7 Millionen Euro im Jahr, so berichtet es am 12. September 2017 der "Südkurier". Über die Regionalzeitung erfahren die Beamten im Auswärtigen Amt, "dass die Familie beabsichtige, unter Umständen den Museumsbetrieb aus finanziellen Gründen zum Jahresende 2017 einzustellen". So steht es in der Vorlage für eine nicht öffentliche Sitzung des Gemeinderats.

Im Friedrichshafener Rathaus glaubt man, dass Dornier die Stadt durch die Rückholung der "Landshut" in die Pflicht nehmen und sein Museum dadurch retten will. Dornier bestätigt das in einem Interview mit dem "Südkurier": "Die Stadt sollte doch einmal überlegen, ob das Museum nicht doch interessant ist. Und falls es nicht interessant ist, dann wird es eben irgendwann einmal zu Ende sein."

Oberbürgermeister Andreas Brand lehnt jegliches finanzielles Engagement ab. Selbst die Mietkosten für den Hangar, in dem die "Landshut" bis zur Erweiterung des Dornier-Museums zwischengeparkt werden soll, will er nicht übernehmen – daran ändern auch ein Besuch Gabriels und ein Bettelbrief nichts. Brand antwortet dem Außenminister am 18. September: "Die Stimmungslage im Gemeinderat hat mir verdeutlicht, dass eine Beteiligung am Projekt 'Landshut' durch die Stadt Friedrichshafen oder die Zeppelin-Stiftung nicht mehrheitsfähig ist."

Die Kosten werden zum zentralen Problem. Ein Spendenaufruf über die "Bild"-Zeitung spielt nur eine fünfstellige Summe ein. Auch die Verhandlungen mit der Lufthansa (LH) gestalten sich mühsam. "Ursprüngliche Absicht vollständiger privater Finanzierung 'Landshut'-Rettung (über LH, BILD, Dornier) leider ins Stocken geraten", heißt es in einer Gesprächsvorlage. "LH zurückhaltend, weil für sie aus eigener Perspektive kein Werbeaushängeschild."

Die Technikabteilung der Lufthansa hat sich zwar bereit erklärt, das Wrack in Brasilien zu zerlegen. Aber das Unternehmen will nicht mehr als 10 Prozent der Demontagekosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro tragen. "Wenn wir 90 Prozent der Kosten übernehmen, LH lediglich 10 Prozent, könnte uns der Vorwurf gemacht werden, gegen vergaberechtliche Bestimmungen zu verstoßen, weil es sich in Wahrheit um eine Auftragsvergabe an Lufthansa-Technik handelt, die hätte ausgeschrieben werden müssen", warnen Gabriels Beamten in einer Vorlage für ein Telefonat des Ministers mit Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr vom 24. Juli 2017. Die Lufthansa lässt sich auf 15 Prozent hochhandeln.

Damit sind aber wichtige Probleme noch nicht gelöst: Wer bezahlt die neue Halle am Dornier-Museum? Wer Restaurierung und Ausstellung?

Ende Juni 2017 versucht Gabriel, Staatsministerin Grütters ins Boot zu holen. Doch deren Haus gibt sich hartleibig. Das Auswärtige Amt solle die Restaurierung des Fliegers übernehmen, das Haus der Kulturstaatsministerin (BKM) will nur maximal 300 000 Euro für die museale Gestaltung bezahlen. "Völlig unausgewogene Arbeitsteilung, wir machen nahezu das Projekt alleine, Frau Grütters übergibt am Ende die Blumen", klagt der zuständige Referatsleiter im AA in einer hausinternen Mail. "Wir sollen nach diesem Vorschlag die Maschine BKM frisch restauriert vor die Tür stellen."

Das AA beschwert sich bei Grütters' zuständiger Ministerialdirigentin. Die kontert, die Aufgabenteilung sei "in der Sache folgerichtig, weil Sie das Projekt bereits sehr weit vorangetrieben haben".

Am Ende erklärt sich Grütters bereit, die Restaurierung des Flugzeugs zu übernehmen und die museale Präsentation. Die Übernahme weiterer Kosten lehnt sie hingegen ab. Bei einer Besprechung mit Dornier am 9. August in Friedrichshafen machen Grütters' Beamte klar, dass es bei ihnen nicht so hemdsärmelig zugehe wie im Hause Gabriel. Laut Protokoll erklären sie, dass "keine laufende finanzielle Unterstützung für den Betrieb des Museums möglich ist". Dornier entgegnet, dass "ohne eine gesicherte Finanzierung der investiven sowie laufenden Kosten die Realisierung beziehungsweise auch die Vorfinanzierung des Projektes nicht erfolgen kann".

Grütters' Leute fordern Dornier auf, eine Projektskizze zu erarbeiten. Am 29. August schickt Dornier eine umfangreiche Powerpoint-Präsentation mit einem Zeitplan: Nach der geplanten Ankunft der "Landshut" sollen innerhalb eines Jahres die Maschine restauriert und ein neuer Hangar gebaut werden. Die Eröffnung stellt Dornier für den 18. Oktober 2018 in Aussicht

Epilog

Seitdem ist nicht viel passiert. Die Beamten von Kulturstaatsministerin Grütters sehen keinen Zeitdruck. Es liegt noch nicht einmal ein wissenschaftliches Konzept für die Ausstellung vor.

Auf der Fahrt vom Hangar, in dem das Wrack der "Landshut" lagert, bis zum Museum zeigt David Dornier auf eine leere Fläche. Dort soll für fünf Millionen Euro die Halle gebaut werden. Um das Geld gab es bis zuletzt Streit. Staatsministerin Grütters wollte den Bau nicht aus ihrem Haushalt bezahlen, Gabriel versprach, sich persönlich darum zu kümmern. Er versuchte, Springer-Chef Mathias Döpfner anzupumpen – vergebens. Jetzt zahlt das Auswärtige Amt.

Die "Landshut" ist noch immer im Eigentum des AA. Falls es mit Dornier nichts wird, muss Gabriels Nachfolger Heiko Maas entscheiden, was mit dem Wrack passiert.

Wer David Dornier heute fragt, wann die "Landshut" endlich der Öffentlichkeit präsentiert werde, bekommt keine konkrete Antwort. "Wir streben eine möglichst zügige Durchführung des Projekts und Eröffnung der Ausstellung an", teilt die Dornier-Stiftung mit.

Wenn man Gabriel fragt, warum er das Projekt gegen den Rat seines Hauses durchgezogen hat, schreibt er: "Weil ich fand (und finde), dass die Landshut für einen dramatischen und einschneidenden Teil der bundesrepublikanischen Geschichte steht."

Dass die "Landshut" noch immer nicht öffentlich ausgestellt werden kann, ficht den Ex-Minister nicht an. Für alles Weitere sei die Kulturstaatsministerin verantwortlich. "Da ich diese Planungen nicht kenne und nach Ausscheiden aus dem Amt auch keine Informationen darüber habe, welche Zeiträume geplant waren, kann ich dazu nichts sagen."

Ein Artikel von Christoph Schult, erschienen im SPIEGEL vom 05. April 2019.

Links

Vor eineinhalb Jahren holte der damalige Außenminister Sigmar Gabriel die "Landshut" zurück nach Deutschland – ohne Plan und gegen den Rat seiner Experten.

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Kommentare

maroair, 12.04.2019 04:04
Eine Totgeburt...

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